Brigitte Bongarts-Leenman
Das Arcen von Brigitte Bongarts-Leenman

„Es ist nie ganz leer in meinem Kopf. Wenn etwas fast fertig ist, beschäftige ich mich schon mit dem nächsten Projekt. Zu Hause, im Käseladen oder im B&B. Eine nette neue Aktion, ein geselliges Ereignis, neue Produkte oder eine andere Einrichtung: Wenn ich nicht mehr erneuern kann, fange ich an, mich zu langweilen. Mein Mann ist genau so und wir stärken uns gegenseitig darin. Sein großer Traum war es, ein eigenes B&B zu eröffnen. Mein großer Traum war es, eine alte Scheune zu einem eigenen Wohnhaus umzubauen. Im Herzen von Arcen fanden wir ein wunderschönes Gebäude, in dem wir unseren gemeinsamen Traum verwirklichen konnten."

"Ich bin in Amsterdam geboren und als Kind war ich verrückt nach Barbies, Frisuren und Make-up. Ich absolvierte eine Ausbildung zur Friseurin und Visagistin und fand eine Anstellung in einem exklusiven Salon in Utrecht. Nach 10 Jahren in der Schönheitsbranche wollte ich gerne in die Geschäftswelt einsteigen. Es schien mir wunderbar, im Büro Dinge zu regeln und zu organisieren. Ich fand eine Anstellung als Personalvermittlerin bei einem Zeitarbeitsunternehmen und machte innerhalb des Unternehmens Karriere. Ich organisierte Schulungen und Veranstaltungen sowie Messen. Schließlich wurde ich Direktionssekretärin und Managementassistentin. Zuerst bei einer Zeitarbeitsorganisation und danach im Immobilienbereich einer Bank."
"Ich habe mich von Tag eins an hier in Venlo willkommen gefühlt."
Als ich bei der Zeitarbeitsfirma arbeitete, traf ich meinen Prinzen auf dem weißen Pferd: einen Venlonaar. 2010 wurde unser Sohn geboren und wir heirateten 2011. Wir lebten einige Jahre sowohl in Amsterdam als auch in Venlo. Als unser Sohn 4 Jahre alt wurde, mussten wir uns entscheiden: zur Grundschule in der schnellen Randstad oder im ruhigeren, bourgundischen Limburg? Wir entschieden uns für den Süden und zogen ins Zentrum von Venlo. Ich habe mich vom ersten Moment an willkommen gefühlt!
Ich bin ein echter Naturmensch und ich liebe das Wasser. Ich kann stundenlang auf die Maas starren und die vorbeifahrenden Boote genießen. Ich fühle mich in Arcen ganz zu Hause. Die Dinge gehen hier ungezwungen und gemütlich zu. Manchmal sogar zu gemütlich! Ich spreche ziemlich direkt aus, was ich denke und will. Vor allem in meiner Arbeit kann ich sehr entschlossen sein. Gebürtige Limburger werden davon manchmal überrascht.

"Ich sorge dafür, dass es immer Platz für spontane Geselligkeit gibt."
Ich liebe es, Dinge bis ins kleinste Detail für andere Menschen zu organisieren, aber für mich selbst plane ich am liebsten so wenig wie möglich. So bleibt Raum für spontane Dinge. Ein Nachmittag im Haus herumwerkeln, ein Nickerchen in der Hängematte im Garten oder ungeplanter Besuch. Bei uns kommt jede Woche jemand spontan vorbei, und ehe wir uns versehen, sind wir tief in ein Gespräch vertieft, während wir ein leckeres Getränk und ein Stück Käse genießen. Herrlich, oder?!
Seit wir in Venlo wohnen, schätze ich, glaube ich, am meisten, dass ich nicht mehr ständig rennen muss, um mit allen Schritt zu halten. In einer Stadt wie Amsterdam ist es überall geschäftig, und die Menschen sind immer im höchsten Gang unterwegs. Ich kann da problemlos mithalten, aber ich möchte das nicht Tag für Tag. Auch das Sehen und Gesehenwerden im Westen vermisse ich nicht. Meiner Meinung nach gibt es zwei Formen des Sehens und Gesehenwerdens: Man kann auffallen, weil man sich sehr darum bemüht, oder man fällt auf, weil man ganz man selbst ist und das tut, was einen glücklich macht. Ich bevorzuge die letzte Form!”
